Ich les' mich gern schreiben

Lehrer sind auch nur Menschen. Und nicht jeder trifft sich abends mit Kolleginnen abwechselnd zum Nordic Walking oder zum Fortgeschrittenenkurs in Seidenmalerei. Ich denke ich bin das Kuckucksei im Lehrerzimmer. Etwa wie ein Veganer, der ausversehen Metzger geworden ist oder ein Pilot mit Höhenangst. Oder wie eine Franzi van Almsick, die immer wieder vom Schwebebalken fällt weil sie noch nie jemand ins Wasser geschubst hat.

Mittwoch, 17. Januar 2018

Ich war da mal im Swingerclub und dann...: Was Swinger und Kartoffeln gemeinsam haben

Nachdem wir im Mottomonat Swingerclub vergangene Woche zunächst einen Blick auf die angemessene Verpackung für sexuell Aufgeschlossene geworfen hatten, wird heute das Ei gepellt...

Das Leben ist hart, aber wir sind härter. Als wir Fahrrad fahren lernten, fielen wir oft hin, vielleicht schlugen wir uns sogar die Knie und Ellbogen blutig. Aber wir verkauften das Rad nicht, sondern wir versuchten es erneut weil uns irgendein Gefühl sagte, dass Fahrrad fahren fetzt. Unser erster Eierkuchen zerfällt manchmal wenn wir ihn wenden, weil wir den Garpunkt nicht abwarten konnten. Oder wir warten zu lange und wenden einen Bicolor-Eierkuchen, der zur Hälfte aus Kohle besteht. Was tun wir? Wir werfen das missglückte Kochgeschick in den Biomüll und versuchen es mit dem restlichen Teig erneut. Keiner käme darauf, nach diesem Fauxpas nie wieder Eierkuchen zu essen.Warum? Weil wir Hunger haben und wissen, das Eierkuchen was ziemlich Geiles sind…

Den etwas holprigen Einstieg ins Sodom und Gomorrha der Müllers in die Swingerwelt habe ich HIER bereits beschrieben. Aber auch Sarah und Marco rutschten nicht auf rosa Wölkchen in ihren ersten Partnertausch.
Als die Beiden das erste Mal einen Swingerclub besuchten, wollten sie nach einer halben Stunde die Flucht ergreifen. Nämlich genau dann als sich alle Herren per Aufforderung ihrer Buxe zu entledigen hatten und kurz darauf auch die „Knospen den Frühling begrüßen“ sollten. Die Menschen, welche sich daraufhin ungefragt an Marcos Hose und Sarahs BH zu schaffen machten, sollten ihrem Schicksal danken, dass sie ihr Augenlicht nur durch Marcos beschwichtigender Worte an seine Frau nicht an Sarahs Fingernägeln verloren. Dementsprechend kurz und freudlos verlief der Abend.

Versteht mich nicht falsch, ich bin ein Fan von Penissen und romantischer Poesie, aber das unter einem Hemd hervorbaumelnde Gemächt von Männern verschiedensten Alters und Körperbaus finde ich bezüglich seines anregenden Charakters zumindest fragwürdig. Außerdem möchte ich selbst entscheiden wann ich meinen BH ausziehe und ob ich meine Caprese lieber mit bedeckten Nippeln esse.

Ja, es gibt solche Clubs. Selbstgezimmerte Bars mit Holzverkleidung und Lichtschläuchen, hinter denen Irene im weißen Netzfummel mit blondierter Kaltwelle, Neonnägeln und Croqs Flaschenbier und Kartoffelsalat serviert, alle Gäste sich vom Kegeln kennen und löchrige Spannbettlaken IKEA-Matratzen vor dem Schlimmsten bewahren. Es gibt aber auch gute. Ich danke Sarah und Marco für die Resilienz ihrer sexuellen Aufgeschlossenheit, welche uns ermöglichte gemeinsam mit ihnen den ein oder anderen besseren und guten Club kennenzulernen und uns von den Traumata der Vergangenheit zu heilen.

Jetzt fragen sich einige vermutlich „Schön und gut, aber was soll ich denn nun da?“. Lasst mich also etwas über die Intentionen der Menschen erzählen, die einen Swingerclub – im Folgenden kurz Club genannt – aufsuchen.

Da sind zunächst die Paare – wie auch die Müllers eins sind. Warum wir ein solches Etablissement aufsuchten, lest ihr HIER. Damit gehören wir sicher der Mehrheit der Besucher an. Sex mit anderen, einer zweiten Frau, einem zweiten Mann, einem zweiten Paar. Was heißt Sex mit Anderen? Im selben Raum? Auf der selben Matte? Mit Körperkontakt? Mit getauschten Partnern ohne Geschlechtsverkehr? Ohne Küssen? Oder alles auf einmal?

Der Möglichkeiten gibt es unzählige. Nicht zu vergessen, die Paare die in einem kleinen oder großen Publikum bei ihrem Akt den besonderen Kick finden. Das Publikum ist vielgestaltig und reicht vom schüchternen Schüttler hinter einem Loch in der Wand, welches sicherlich nicht auf Wunsch des TÜV-Prüfers dort angebracht wurde, bis hin zum selbstbewussten Onanator, der seinen Handjob direkt im Türrahmen erledigt. Die Darbietenden machen die Regeln und wem irgendwas zu weit geht, der möge dies äußern. Per Telekinese wurde noch niemand vom Wichsen abgehalten. 

Schließlich gibt es auch die Paare, die vielleicht gar keinen Sex im Club haben möchten, aber aus den gleichen Beweggründen hingehen, wie sich Menschen Pornos anschauen. Weil es eben gelegentlich ziemlich scharf macht, Anderen beim Vögeln zu zuschauen. Im Club liegt kein Stroh (außer es ist Mottoparty), niemand trägt eine Maske (es sei denn RTL2 kommt zum Dreh) und die Dialoge sind zwar nicht zwingend anspruchsvoller aber zumindest nicht synchronisiert. Echte Menschen. Kein Hexenwerk.

Wir Müllers sind eine Mischung aus der gemäßigten Version aller Varianten. Wir hatten Sex mit einem Paar, das wir im Club kennengelernt hatten, viel lieber lernten wir die Paare allerdings vorher kennen. Wir hatten in einer Clubnacht auch schon ausschließlich Müller-Sex ohne Fremdeinwirkung. Zuschauer, wenn sie nicht zu Groupies werden, können ein netter Kick sein. Und die Tatsache, dass man weder auf schlafende Nachbarn noch Kinder Rücksicht nehmen muss, steigert sowohl Möglichkeiten als auch Libido. Ein Paar im gleichen Modus auf der Nachbarmatratze kann dem Ganzen das Krönchen aufsetzen, auch wenn man die Beiden im besser ausgeleuchteten Barbereich vielleicht nie angesprochen hätte…

Man soll es nicht glauben, aber auch Solo-Personen gehen in Clubs. Singlemänner sicherlich einerseits auch aus den im Pärchenteil oben beschriebenen Gründen. Damit möchte ich den gemeinen Singlemann, der in weiten Teilen der Szene kein sonderlich gutes Ansehen genießt, keineswegs offen diskriminieren oder in eine Schublade stecken. Leider allerdings basieren einige meiner nicht so prickelnden Erinnerungen auf Begegnungen mit solcherlei Exemplaren, die man nur mit klaren Worten in die ewigen Jagdgründe schicken kann. Einer dieser stalkenden Schlüpferpiloten legte sich einmal unaufgefordert so dicht neben mich, dass ich seinen Atem aus Bier, Zigaretten und Zwiebelsteak riechen konnte – „Entweder DU gehst oder wir gehen!“ und zack, war er hinter der nächsten bordeauxroten Pannesamtwand verschwunden. Hausverbot is nix, dachte sich wohl auch Zwiebeljack.

In meinen Alpträumen sehe ich noch heute schemenhaft ein Robben-Mann-Mischwesen, das aus meinem Augenwinkel heraus im Zwielicht auf Sarah zu kriecht, die natürlich nichts mitbekommt weil Herr Müller sie leckt. Gerade noch rechtzeitig konnte Marco (der natürlich auch nichts mitbekommen hatte, weil er hinter mir mit irgendwas beschäftigt war) nach meinem Ganzkörperschaudern den Eindringling vertreiben. Kennt ihr diese Szenen in Trickfilmen, wenn Hund und Katze zusammen in einer Kiste stecken? Ich vermute, so hätte es ausgesehen, wenn nicht meine durch spickende Schulkinder außerordentlich trainierte Aufmerksamkeit den Supergau verhindert hätte.

Was ich damit sagen will: so Dinge passieren eben. Clubs sind Orte, an denen sich Wünsche, Phantasie, Wirklichkeit und Wahrnehmung zu einem undefinierbaren Brei vermischen, der vor Mitternacht nach Massageöl duftetet und danach nach Sperma.  Kommunikation ist alles. So konnten wir Dinge verhindern, die uns nicht gefielen und so hätten auch die Birkenstock-Casanovas ihre Enttäuschungen kurz vor dem Zieleinlauf verhindern können.

Natürlich dürfen wir dennoch die echten Gentlemen nicht vergessen, die adrett gekleidet an der Bar am Getränk nippend auf ein Pärchen warten, das sein sexuelles Glück in einem zweiten Herrn beim Liebesspiel sucht oooder eben auf all the single ladys.
Stop! Frauen? Frauen, die in den Club gehen um Sex mit einem Fremden zu haben gibt es nicht. Hallo? Wie krank ist das denn. Da kann sie ja auch gleich auf den Strich gehen und Geld dafür nehmen, das Flittchen. Macht wahrscheinlich auch sonst für jeden die Beine breit… huch, Entschuldigung. Ich hatte gerade Synapsenbandsalat und das, was ich eigentlich schreiben wollte, überlagerte sich mit dem, was ich kürzlich in einer Kommentarspalte zum Thema Swingen las.

Und schließlich gibt es auch Solo-Frauen im Club. Warum auch nicht, sollten Frauen nicht das gleiche Bedürfnis und die Fähigkeit dazu haben, mit verhältnismäßig Fremden wilden Sex zu haben. Nach Küche, Kindern und neuerdings auch Karriere sollten wir ihnen das ruhig zugestehen. Die Tatsache, warum man ungleich weniger Frauen masturbierend im Türrahmen vorfindet, während Tobias seine Luise gerade von hinten nimmt, DAS kann ich euch allerdings nicht erklären. Darauf dürft ihr euch selbst einen Reim machen.

Um dem auch mengenmäßig ungleichen Verhältnis von Singlemännern – und Frauen entgegenzuwirken, verfolgen die meisten Clubs eine bestimmte Eintrittspreisstrategie. Während Frauen oft mit Dumpingpreisen für ihr huldvolles Erscheinen belohnt werden, zahlen Solomänner oft gut das Drei- bis Fünffache.

Das mag vielleicht vermessen oder überheblich klingen, aber Eintrittspreise können zum Einen ein Indikator für Qualität sein und sichern gleichzeitig einen gewissen Gästestandard. Es beginnt schon beim Essen. Leistet sich der Club extra Küchenpersonal oder macht Multitasking-Manfred selbst das Ragout Fin in der Microwelle warm, nachdem er die Gäste begrüßt und einen Kasten Bier unter die Bar geschoben hat? Ich erspar mir dazu jetzt weitere Ausführungen um mich nicht um Kopf und Kragen zu schreiben. 

Man kann also 20€ bezahlen und sich als Sparfuchs zwischen Netzhemd-Norbert und Beate-Uhse-Sammelbestellerin Rita mit nacktem Arsch auf Plastikstühle in eine Blockhütte setzen, Krautsalat aus der Dose knabbern und Wein aus dem Tetrapack trinken um sich schon mal in Stimmung zu bringen, damit man den Anblick später leichter erträgt, wenn alle zwölf Schützenvereinsmitglieder im Badezuber hocken und sich befummeln, während sie die letzte Gemeinderatssitzung auswerten.

Oder man nimmt etwas mehr Geld in die Hand erkauft sich damit eine geschmackvolle, komfortable Inneneinrichtung, Hygienestandards, gutes Essen, ordentliche Getränke und eine Gesellschaft, mit der man sich auch am Tag umgeben würde. Ausnahmen gibt es natürlich überall und Geld allein wertet beschissene Menschen auch nicht auf. Aber wie ich schon im letzten Swingerclub-Artikel erwähnte: Clubs sind die verkleinerte Version der großen Welt in der Wir leben.

Was sind das so für Leute. Hmm, mal sehen welche Berufe mir bisher so untergekommen – also nicht so untergekommen, HALLOOO! – also, welche Berufe die Menschen hatten, die ich kennenlernen durfte.
Da waren Tierärzte, Immobilienleute, Rentensachbearbeiter, Ergotherapeuten, Arzthelferinnen, Geschäftsführer, Einzelhandelskauffrauen und –männer. Ich lernte mal flüchtig ein Mitsechziger-Ärzte-Ehepaar kennen, bei dem er sie regelmäßig (auf ihren Wunsch natürlich) auf sogenannten Stutenmärkten verschacherte. Googelt doch mal Stutenmarkt im BDSM-Kontext. Oder lasst eurer Phantasie einfach freien Lauf. Ich denke das reicht auch schon. Wie dem auch sei, alles normale Menschen eigentlich.

Normale Kartoffeln eigentlich. Nicht wie alle Kartoffeln. Trotzdem Kartoffeln.
Und warum geht nun die Quattroehe hin und wieder in den Club? Zunächst muss ich gestehen, waren wir sehr lange nicht. Das liegt zum einen an dem oben erwähnten Robbenmann und Sarahs Flashbacks in dem Zusammenhang. Der Club, in dem sich diese Episode ereignete, gehört für uns aber auch nicht zu den Empfehlenswerten. Zum anderen hat es sich einfach lange nicht ergeben.
Einen ganzen Abend lang Sex als solches zu zelebrieren, sich dafür etwas nuttig-nettes anzuziehen und eben mal keine Rücksicht auf Anlieger zu nehmen, das hat schon was. Und schließlich kommen die privaten Räumlichkeiten gelegentlich an ihre Grenzen, wenn es darum geht vier ineinander verschlungenen ausgewachsenen Körpern Platz zu bieten. Also in meine Badewanne passen höchstens zwei Erwachsene.

Sind wir jetzt schlauer? Haben wir den Menschen, die ihre Autos im Hinterhof der Häuser mit den zugehängten Fenstern parken, ein Gesicht geben können? Ich habe mich zumindest darum bemüht. Dennoch glaube ich, sind nach wie vor viele Fragen offen.

Wie finde ich denn nun einen guten Club? Holt man sich da nicht Syphilis, Fußpilz, Herpes und die Pest, wenn sich überall nackte Menschen wälzen und Körperflüssigkeiten in Bächen fließen? Und vor allem: Wie genau funktioniert Swingen eigentlich? Alle Antworten auf diese und andere Fragen von nicht minderer Brisanz, gibt es nächste Woche im letzten Monatsthemenartikel "Ich war da mal im Swingerclub und dann...: Lieschen Müller fragt - SwingerFAQ" - erscheint am 24.Januar.

Auf der Gästeliste zur
nächsten Swingerparty
stehst du zwar nicht aber
immerhin verpasst du nichts
mehr wenn du rüber schaust
und auf "GEFÄLLT MIR" klickst. 






Mittwoch, 10. Januar 2018

Ich war da mal im Swingerclub und dann...: Schlappen for Gentlemen - Der Swinger Dresscode

Wie schon im letzten Januar mit der "Friends with Benefits"-Reihe wird es auch zum Jahresbeginn 2018 wieder etwas schlüpfriger. Im Einstiegsartikel habe ich euch für die Glückshormonmangeljahreszeit einen Inkognito-Ausflug in den Swingerclub angekündigt, mit dem ich euch möglicherweise Entscheidungshilfen zur "Soll ich's wirklich machen?"-Frage gebe oder euch eben wie immer einfach nur unterhalte. Unterhaltung war schon immer eher mein Mehrwert als Information, zumal Recherche bei mir in der Regel eine gesunde Mischung aus Meinung und Erfahrung ist. Wenn's dann nicht nur lustig sondern auch noch interessant für den Leser ist, dann freut es mich doppelt. Daher war ich bemüht, meine subjektiven Informationen gewohnt unterhaltsam zu verpacken. Heute also Antworten auf die Gretchenfrage: WAS ziehe ich bloß an???
Verzeiht mir, dass ich eingangs noch ein wenig über Menschen schimpfe. Unsere Spezies macht es einem aber auch echt nicht leicht...


Menschen. Schwieriges Thema. Fast so schwierig wie das Thema Swingerclub. Aber nur fast. Ein Problem an Menschen ist, dass diejenigen mit der wenigsten Ahnung oft die meiste Meinung haben. Wenn es um Swingerclubs und Swinger geht, basiert die Meinung vieler auf dem umfassenden Studium diverser RTL2-Reportagen im Spätprogramm und einem Weltbild, bei dem Sex aus zwei Menschen besteht, die sich züchtig bedeckt von günstigstenfalls expressionistisch gemusterter Baumwollbettwäsche exakt 7 Minuten Freitagabend nach dem Baden in Missionarsstellung begatten, selbstverständlich ausschließlich zum Zwecke der Fortpflanzung. 

Zwischen diesem gesellschaftlich akzeptiertem Lebensmodell und abartiger, kranker, ja sogar tiergleicher Perversion in der es wahllos jeder mit jedem treibt in einer Atmosphäre, die durch Schweißgeruch und Geräuschen aus aufeinander klatschendem Fleisch abgerundet wird, gibt es NICHTS.

Menschen eben. Da gibt es (angehende) Journalistinnen, die mit erstgenannter Einstellung zu Recherchezwecken einen Club oder eine Erotikmesse besuchen, verstört bis traumatisiert ihre durch den Blümchen-Glitzer-Filter getippten Halbwahrheiten unters Volk bringen und in Christel, Getrud oder Margarete ihre Gefolgschaft finden und die gemeinsam allen Befürwortern solcher Veranstaltungen von ihrem Küchenschrank aus das Attest „Geisteskrank, Pervers und Beziehungsunfähig“ ausstellen. Diskutieren mit diesen Menschen erinnert wie so oft an das Schachspiel mit der Taube, die irgendwann alle Figuren umwirft, aufs Brett kackt und davonstolziert.

Wir sind keine Swinger im klassichen Sinne. Die Müllers leben in einer Vierecksbeziehung, die HIER im Blog ausführliche Erwähnung fand, haben aber, bevor sie zu dieser Lebensweise fanden, einigekleinere Erfahrungen in dieser Szene gesammelt. Kein ErfahrungsSCHATZ sicherlich, aber mehr Meinungsgrundlage als die Recherche dieser Pseudo-Philanthropinnen und Möchtegern-Moralapostel.

Swingerclubs sind für die meisten von uns ein bisschen wie die Königreichssäle der Zeugen Jehovas. Wir fahren mit dem Auto daran vorbei und denken: was mag sich hinter diesen Wänden wohl abspielen. Wenn wir einen Blick auf die Menschen erhaschen können, die hineingehen, urteilen wir. Wir schätzen ein. Aaaah, solche sind das also. Die Leute brauchen Klischees, sie geben ihnen Sicherheit, helfen ihnen zu verstehen. Und Klischees haben durchaus ihre Berechtigung. Manchmal. Weil sich viele von uns eben auch redlich bemühen, diese Klischees zu bedienen. Swinger und Nicht-Swinger gleichermaßen.

Was sind das also für Leute, die da hin gehen? Und vor allem warum? Und was tun sie dort, um Himmels Willen. Einfache Antwort: Reingehen, ficken wie die Tiere – am liebsten zu zehnt, eine rauchen und heimgehen. NICHT! Da wären wir wieder bei den Klischees…

Die Menschen und heute vor allem erst einmal ihre Kleidung zwischen Barhockern, Whirlpool und Kunstledermatratzen schauen wir uns genauer an. Kalt-warmes Buffet, Swingerpaten und Herrenüberschuss sind nur einige wenige der Schlüsselwörter, die ich mir vorgenommen habe in meinen nächsten Artikeln ausführlicher zu erörtern, um etwas Licht in die dunklen Clubecken zu bringen. 
Nicht einmal unbedingt um die Leser für’s Swingen und den Club zu begeistern, sondern um Vorurteile abzubauen. Völkerverständigung für Aufgeschlossene sozusagen.
Das geht ohnehin nur bei Menschen, die bereit sind auch mal über den Tellerrand zu schauen, egal ob das, was dahinter liegt ihrem Geschmack entspricht oder nicht. Bei allen Ausführungen handelt es sich immer um MEINE ganz individuelle Meinung und meine Erfahrungen. Für den Mitherausgeber eines Club-Leitfadens für Deutschland reicht mein Radius zwar nicht aus, aber dennoch kenne ich von mehr als einem Swingerclub nicht nur die Website.

Kleidung soll heute der Einstieg sein. Kleidung ist wichtig für die meisten von uns. Mal ist sie unser Schildkrötenpanzer, mal kehrt sie unser Innerstes nach Außen. Wie gerne würde ich mindestens am Montag im Plüscheinteiler zur Arbeit gehen. Die Begeisterung für Textilen verbindet uns.  Auch für Swinger ist Kleidung – oh Wunder, man glaubt es kaum – ein Thema. Dazu eine kleine authentische Episode aus der müllerschen Historie:

Wir hatten damals einen recht netten Abend im Swingerclub. Unsere Männer hatten sich im Vorfeld fast mehr Gedanken um ihr Outfit gemacht als wir Ladys. Sie entschieden sich schließlich für eine klassische schwarze Hose zum Hemd, dazu schwarze Lederschuhe. Die beiden sahen toll aus und waren auch nicht allein mit ihrem Outfit, wenn sie auch die Unterzahl darstellten zwischen der Masse an Männern in Schlappen und Unterwäsche. Keiner, nicht einmal die Gastgeber, sahen irgendein Problem.

Zwei Tage später erreichte uns (und unser Begleitpaar) eine aufgebrachte Mail eines Mitglieds in dem Forum für sexuell Aufgeschlossene, in dem auch wir uns gelegentlich aufhielten. Wir kannten diese Person nicht, auch nicht vom Clubabend.
Hier die Mail (Originaltext):

hallo, sicher seit ihr beiden ein sehr nettes paar, nur finden wir es ein unding das Männer sich in straßenkleidung und mit straßenschuhe da aufhalten dürfen, sorry aber wer sich als mann als gentleman gibt, der sollte wissen was sich gehört, wir finden dieses verhaslten gehört sich jedoch nicht.... wie gesagt unsere meinung dazu !!!!

Wir überlegten, ob wir überhaupt antworten sollten, wollten das aber so auch nicht stehen lassen und ließen uns zu einer „knappen" Antwort hinreißen:

Liebe Swinger-Sittenpolizei,

1. Wir denken dass gerade in der Swinger-Szene eine gewisse Grundtoleranz vorausgesetzt werden kann. Daher kämen wir nie auf die Idee irgendwen wegen seiner aus unserer Sicht unpassenden Garderobe zu rügen. Wenn wir darauf aus wären, hätten wir vielleicht an diesem Abend die obere Etage nie erreicht, sondern mehrere Stunden an der Bar eine Mängelliste erarbeitet.

2. Eurer Meinung nach sind klassische schwarze Lederschuhe Straßenschuhe - mag sein. Unserer Meinung nach sind Adiletten oder Birkenstocks allenfalls was für den Garten, das Schwimmbad oder um unter dem Sofa daheim zu vergammeln.

3. Die Damen locken mit sexy Highheels und die Herren???? "Aaaah, ich steh auf deine Badelatschen...mmmh... die machen so ein sexy Bein...." - ihr versteht????

4. Es gibt schlimmere Vergehen im SC - angefasst werden ohne gefragt worden zu sein, benutzte Kleenex auf den Spielwiesen ... - ist uns alles schon passiert, an diesem oder anderen Abenden. Und was haben wir getan? NICHTS - ein Auge zu gedrückt. Toleranz ist das Zauberwort.

5. Die individuellen Definitionen von stilvoller Kleidung scheinen weit auseinander zu gehen. Wir finden eine klassische schwarze Hose, schwarze Schuhe und ein Hemd wesentlich stilvoller als Unterwäsche beim Herrn. Dem ein oder anderen Anwesenden hätte das auch wesentlich besser gestanden. Mit unserer Meinung stehen wir übrigens nicht alleine da, in vielen exklusiven Clubs sind die von euch bevorzugten Schlappen und die Herrenwäsche zum Beispiel ein No-Go. Tipp: Erweitert euren Erfahrungshorizont, das schafft auf Dauer auch Toleranz.

6. Ach ja: Wenn einem was nicht passt, dann sollte man schon so viel Mumm haben, das Problem gleich anzusprechen und nicht erst Tage später mit einer Copy-Paste-Mail all die jenigen belästigen, die einem vor zwei Tagen nicht gepasst haben.

7. Wir haben, um unsere Bildungslücke zu schließen, den Begriff "Gentlemen" gegoogelt und viele Bilder studiert. Es waren eher weniger Bilder von Männern in Badeschlappen, Gesundheitslatschen und Netzunterwäsche dabei.

Und jetzt wünschen wir euch noch einen schönen Abend und beim nächsten Clubbesuch Menschen mit mehr Stil in eurer Gesellschaft.


Notiz am Rande: Herr Müller trug an diesem Abend die gleichen Schuhe, die er zu unserer Hochzeit trug. Haben wir eventuell schon damals etwas falsch gemacht und wären Schlappen vielleicht die bessere Wahl gewesen?

 
Ihr merkt wahrscheinlich. Ein Swingerclub ist keine andere Welt, eigentlich nur eine verkleinerte Version der Welt, in der wir leben. Nur mit höherer Kleenex-Dichte.

Wie kleidet sich denn nun der (Neu)Swinger korrekt, um nicht gleich beim Betreten (negativ) aufzufallen, wie das Lämmchen im Wolfsrudel. Beginnen wir von oben nach unten. 

Hüte und Mützen sind unangebracht, es ist warm im Club und zu große Hutkrempen behindern die Kontaktaufnahme. Ebenso ungeeignet sind aufwändige Frisuren bei den Damen: Haarnadeln und Klemmen findet man im Dunklen schlecht (Schmuck auch) und Hochsteckfrisuren sind im Pärchenclub genauso bedroht wie zu Hause – wenn es zur Sache gehen sollte. Haare waschen und hübsch kämmen reicht. Ein Haargummi ist jedoch eine großartige Sache. Bei mir ist es beim Essen das gleiche wie beim Sex. Ich hasse Haare im Gesicht. In richtig guten Clubs liegen Haargummis sogar in den Bädern und Duschen aus - auch die verliert man leicht im Gefecht.

Ähnlich verhält es sich mit kompliziertem Make-up. Wasserfest ist nützlich. Künstliche Wimpern sind dann peinlich, wenn sie irgendwann auf deiner oder der Stirn deines Gegenübers kleben. Oder am Hintern oder weiß der Geier wo.Profi-Tipp an die Männer: übertreibt es mit dem Rasierwasser nicht! Das schmeckt beim Knutschen auf Dauer als hätte ich versucht Benzin zu klauen und zu lange am Schlauch gesaugt. Bäh.

Frauen wie Männer müssen nicht unbedingt Kunde bei Beate Uhse sein. Mir persönlich gefallen Männer in Lack, Netz und Nieten nicht. Egal ob sie 25 oder 65 sind, egal ob sich das Netz über einem Bierbauch oder einem Sixpack spannt. Da ist mir ein nackter Oberkörper (durchschnittlich definiert reicht völlig) lieber, gerne hübsch dekoriert mit Hosenträgern oder einer Fliege. Der beste Mittelweg ist ein schickes Hemd, damit macht man in den richtigen Clubs nichts falsch – solange es kein Kurzärmliges ist. Bitte, ihr seid keine Busfahrer. Und wenn doch, nicht im Dienst.

Logischerweise sieht zum Herrenhemd ein Schlüpfer beknackt aus. Ich finde, zu allem eigentlich. Nackte Männerbeine sind optisch meistens nicht so die Skyline, vor allem wenn sie oben von schwarzem Lederimitat/Baumwolle/Netz begrenzt werden und unten von Socken. Zu den Schuhen kommen wir gleich. Eine lange Hose – KEINE JEANS: Die sind in den meisten Dresscodes verboten. Wenn es schon Unterwäsche als Oberbekleidung sein muss, dann aber kein Feinripp. Das hab ich allerdings auch noch nie in freier Wildbahn gesehen. Ausgeleierte Karoboxershorts aber schon.

Als Schuhwerk für die Herrn empfehle ich den klassischen schwarzen Lederschuh. Für die Spezialisten meinetwegen diese Fetisch-Lederstiefel mit Plateau und tausenddreihundert Schnallen dran. Ich selbst finde die ziemlich unerotisch aber allemal besser als Badeschlappen oder Gesundheitslatschen. Wenn du als Mann allerdings nur knapp 1,65m misst, rate ich von diesen globigen Fetischtretern ab. Damit wirkst du ansonsten wie deine eigene Karikatur oder diese Puppen mit den riesigen Füßen, kennt ihr vielleicht. Strings und Socken laufen unter Kriegsverbrechen und finden daher keine weitere Erwähnung.
Nicht alle Frauen wirken wie die FSK18-Version des Sports Illustrated-Covers in Unterwäsche. Das darf auch gerne so sein. Deshalb ist es aber auch völlig unnötig in sehr grobmaschigem Netz, String oder gar nur in Unterwäsche aufzutreten. Ein Kleidchen – gerne das Kleid, welches du dir zur Firmenweihnachtsfeier gekauft, dann aber doch ein anderes angezogen hast, weil dir der Ausschnitt des Neuerwerbs zu groß und der Saum zu knapp war für den Chef. Ihr versteht. Fühlt euch wohl. Ihr seid nicht das, was beim Metzger hinter dem gläsernen Nießschutz liegt. 

Im Club ist der Kimono oder ein hübscher Morgenmantel das, was für die Lehrerin die Strickjacke ist, ein Stückchen Zuhause zum Anziehen.
Denkbar für die Mutigern sind auch Negligés, also diese sexy Nachthemdchen bei denen man sich im Laden immer fragt, wann zur Hölle man sowas anzieht, Miniröcke, Hotpants oder Corsagen. Bei Corsagen mahne ich allerdings zur Obacht – je nach Verlauf des Abends müsst ihr euch bewusst sein dass ihr die 25 Häckchen mehrfach im Dunklen öffnen und schließen werden müsst, heißt rund 150mal Friemelei. Aber jeder wie er mag.
 
Ein wahres Königreich erwartet Frauen bei der Auswahl der Fußbekleidung. Von schlichten Pumps über Sandaletten bis Highheels und Overkneestiefel geht alles. Hauptsache sexy. Nein halt, hauptsache ihr könnt drin gehen. Nicht viel. Überwiegend sitzt oder liegt man. Liegenderweise dann ohne Schuhe, da Absätze eine Gefahr für Mensch und Matratze darstellen. Dennoch ist nichts lächerlicher als eine Frau, die auf 14cm läuft wie ein Storch im Froschtümpel. Weniger ist manchmal mehr…

Gute Clubs erwarten in ihrem Dresscode schlichtweg Abendgarderobe. Und in GUTEN Clubs halten sich die Gäste daran. Das verhindert, dass euch Berta als Rollbraten im Netzcatsuit und Manfred mit Lackbuchse und Körperhaarpulli schon an der Bar den Appetit auf’s Buffet und mehr verderben.

Buffet ist ein gutes Schlusswort. Stellt euch vor, es gibt Menschen, die gehen in den Swingerclub - unter anderem weil es dort leckeres Essen gibt. Müllers zählen auch dazu. Das ganze Menü, ein passendes Anekdötchen, ein Plädoyer für Sauberkeit und natürlich mehr über die Menschen auf den Matten gibt’s in den nächsten Blogposts - ab 17.Januar.

So wie sich euer Leben vermutlich
nicht ausschließlich um Schweinskram
dreht (wäre schön eigentlich), schreibt auch
Frau Müller nicht ausschließlich über
eben jenen. Wer trotzdem mitlesen will,
und dann auf "Gefällt mir".




Mittwoch, 3. Januar 2018

Ich war da mal im Swingerclub und dann... Yeah, ein Monatsthema!


Immer wenn ein Motto-Monat endet, bin ich einerseits froh, dass ich jetzt wieder schreiben kann, was mir eben gerade sprichwörtlich vom Hintern in den Kopf steigt. Gleichzeitig denke ich, wahrscheinlich war das ohnehin das letzte Mal, dass dir zu einem Thema soviel Geschwurbel einfällt, dass du damit drei oder sogar vier Artikel mit rund 1500 Wörtern füllen kannst. 
Und dann widme ich mich einer Sache und stelle schon bei den ersten 500 Zeichen fest, dass das wohl eine größere Geschichte wird...

Aber warum ausgerechnet Swingen? Warum nicht Linedance, Aquaristik oder Toilettenentwöhnung für Hauskatzen? Bekommst du Provision für jeden Neuswinger? Siehst du dich als Missionarin für freie Liebe? Ehm, nö.

Der Reihe nach. Über das Swingen als Teil der Geschichte rund um die von uns gelebte Vierecksbeziehung habe ich HIER schon einmal geschrieben, daher halte ich mich was das betrifft kurz. 
Schon damals hatte ich mir vorgenommen, mich später noch einmal intensiver damit auseinander zu setzen. Später ist jetzt, denn allmählich habe ich die Schnauze voll von diesen ganzen RTL2-Reportagen im seriösen Journalismuskostümchen, die mir überall bei SocialMedia begegnen. 
Da schreibt die keusche Laura-Sophie Rottenmeier (Name frei erfunden) aus gutem Hause, die sich sonst schon für ihr feuchtes Höschen nach dem Shades of Grey-Trailer schämt, in ihrem Volontariat über Swingerclubs und schickt sich an, die ebenso keuschen und wohlbehüteten Leserinnen des Frauenmagazins, für das sie arbeitet, mit den gewünschten Klischees anzufüttern. Funktioniert hervorragend und es kotzt mich an.

Objektive und wirklich realistische Artikel über Swinger, das Swingen und Swingerclubs fand ich bisher nur in den Magazinen der Erotikforen. Dahin wiederum „verirren“ sich ja leider aber oft auch nur die Menschen, deren Horizont eigentlich gar nicht erweitert werden muss.

Ich denke man braucht keine Affinität für die körperorientierte Freizeitgestaltung um dennoch interessiert zu sein und um Fragen zu haben. Interessiert vielleicht, weil man einfach wissen möchte WARUM Leute in Clubs gehen und vor allem was sich hinter den satinierten oder verhangenen Scheiben so abspielt. 
Und absolut legitim ist es natürlich auch im Anschluss an die Lektüre zu sagen: Okay, aber für mich ist dat trotzdem nix.“   
Wie die Swingergemeinde immer so schön postuliert: Alles kann, nichts muss.

Szene nachgestellt
Natürlich war ich auch diesmal bemüht allen Output entsprechend mülleresk zu filtern und mit eigenen Erlebnissen nach Kräften zu bestreuseln um all diejenigen zufriedenzustellen, die wegen der schreibenden Frau hinter dem Blog lesen und nicht vordergründig um ihren sexuellen Horizont zu erweitern.

Aber schaffen wir zunächst eine Verständnisgrundlage:

So definiert Wikipedia die „Spezies“ Swinger:

Swinger (von englisch to swing, „schwingen, hin- und herbewegen“) ist eine im 20. Jahrhundert populär gewordene Bezeichnung für Menschen, die – im weitesten Sinne – ihre Sexualität ohne Einschränkungen mit verschiedenen (beliebigen) Partnern ausleben. Swinger leben somit nicht in einer monogamen Partnerschaft, sondern haben (im gegenseitigen Einverständnis) sexuelle Kontakte mit anderen, unter Umständen fremden Personen. Als Treffpunkte haben sich Swingerclubs und Swingerpartys bzw. private Treffen etabliert – Orte, an denen die allgemein in der Gesellschaft verbreitete Sexualmoral keine große Bedeutung hat und an denen sich Gleichgesinnte begegnen, um Partnertausch und Gruppensex zu praktizieren oder mit dem eigenen Partner in Gesellschaft anderer den Geschlechtsakt auszuüben.

Im Joyclub, einem großen Erotikforum, erklärt man es ähnlich:

Swinger sind Singles und Paare, die ihre erotischen und sexuellen Fantasien in speziellen Locations frei ausleben und dabei oft die Sexpartner wechseln. Swinger-Paare leben nicht in einer klassischen, monogamen Beziehung, sondern haben - im gegenseitigen Einverständnis - sexuelle Begegnungen mit anderen Personen.

Das zur Theorie. In der Praxis sollten wir zumindest kurz über das reden, was Wikipedia in Klammern erwähnt. Beliebige Partner. Wenn „professionelles“ Swingen die Beliebigkeit einschließt, dann ist das wohl einer der Gründe, warum sich Müllers beizeiten von ihren Ambitionen an die Szene distanzierten. Aber jedem Tierchen sein Plaisirchen. 

Viel wichtiger finde ich die zweite Klammer, im Joyclub findet man das anscheinend auch: gegenseitiges Einverständnis. Eigentlich das einfachste und logischste der Welt. Swingen ist ebenso wenig Betrug am Partner wie es ein Heilmittel für längst gescheiterte Beziehungen oder Dürre im Schlafgemach ist. Wie soll mir mein Mann, den ich satt habe, weil ich ständig seine Zahnpastareste aus dem Waschbecken kratzen und seine Socken aus der Sofaritze bergen muss, wieder schmackhaft werden, indem ich mit einem Fremden vögle, der sich eigens für diesen Abend rasiert, parfümiert, frisiert und ein sauberes Hemd angezogen hat? Diese Logik der Pseudoswingerversteher aus dem Tal der Ahnungslosen entzieht sich selbst mir. 
Übrigens: einen kritischen Partner mit Nachdruck von der eigenen super mega tollen Idee zu überzeugen, es doch mal im Swingerclub "zu machen", bringt so viel Spaß wie das Schlucken von Rasierklingen und hat die gleiche Erfolgsquote wie das Prüfen einer Steckdose mit Stricknadeln.

Fakt ist natürlich, dass man auf hilflosen Beziehungsrettungsversuche wie eben erwähnt definitv trifft. Unangenehm wird es dann, wenn man unwissend Teil dieser Seifenoper wird.
Man muss sich der Liebe und seines Partner schon sehr sicher sein. Eifersucht und Selbstzweifel sind fehl am Platze, wenn man selbst noch Spaß haben will während die Frau mit den objektiv hübscheren Möpsen gerade auf dem eigenen Mann sitzt. Auch dazu schrieb ich an anderer Stelle bereits mehr.

Aus den Müllers sind trotz aller Ambitionen keine echten Swinger geworden, warum lest ihr HIER. Aber vielleicht leidet der ein oder andere Leser ja noch an postfeiertäglichen Tatendrang nach 20 Uhr, wenn in den Clubs das Licht angeht. Bevor dann aber Siri oder Alexa beauftragt werden, nach Swingerclubs in der Nähe zu suchen, widme man sich der von Frau Müller in den nächsten Wochen fabrizierten Lektüre. Das erspart euch aufgebrachte Mails von Adilettenverfechtern, posttraumatische Belastungsstörungen durch versuchten BH-Raub und Robbenmänner. Dazu aber bald mehr.

Nächste Woche starten wir mit dem Exkurs ins horizontale HOBBY. Wir widmen uns zunächst einem Thema, das Menschen auch auf ganz unschlüpfrige Weise verbindet: Bekleidung. Im zweiten Teil sezieren wir die bunte Besucherschaft zu gut es eben geht und alle übrigen Fragen, also jede Menge, werden im dritten und letzten Teil beantwortet. Bis dahin immer dran denken:  
"Alles kann, nichts muss" (ihr Christian Lindner... äh... eure Müllerin)
Abonnieren kann man mich
hier im Blog OOODER auf 
FACEBOOK. Da gibt's dann
noch das ganze Drumherum 
dazu. Aber garantiert keine Produkttests.