Lehrer sind auch nur Menschen. Und nicht jeder trifft sich abends mit Kolleginnen abwechselnd zum Nordic Walking oder zum Fortgeschrittenenkurs in Seidenmalerei. Ich denke ich bin das Kuckucksei im Lehrerzimmer. Etwa wie ein Veganer, der ausversehen Metzger geworden ist oder ein Pilot mit Höhenangst. Oder wie eine Franzi van Almsick, die immer wieder vom Schwebebalken fällt weil sie noch nie jemand ins Wasser geschubst hat.

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Mittwoch, 26. April 2017

Ü30 – Der beste Sex deines Lebens wartet auf dich TEIL 1



Es gibt ein Alter, in dem die einen beginnen, einer Zeit hinterher zu trauern die sie für besser, freier oder wilder halten. Die anderen schauen im gleichen Alter beim Vögeln in den Spiegel und geben sich gedanklich selbst ein High-Five.... 

Der heutige Artikel ist zwar eher an Frauen addressiert. Ich denke allerdings, dass auch Männern die Lektüre nicht schaden kann. Anfangs hatte ich mir vorgenommen geschlechtsneutral zu schreiben, die Tatsache dass ich eine Vollblutfrau bin, kam mir beim Erreichen dieses Ziels jedoch in die Quere. Ich bin mir sicher, der empathische Mann hat dennoch seine Freude an meinen Überlegungen. Vorab: um die Aufmerksamkeit der geneigten Leserschaft nicht überzustrapazieren erscheint TEIL 2 des Artikels heute in einer Woche.
 
Für manche Menschen ist der dreißigste Geburtstag eine Art Deadline. Ein vorgezogener Tod, an dem die Jugend endet und das Erwachsensein beginnt. Mit einer Drei an der Zehnerstelle des Alters hat man nur noch an Wochenenden und mindestens von Mittelklasse-Riesling durchschnittlich berauscht zu sein. 
Man sollte seine freie Zeit mit der allmählich vervollständigten Familie in Outdoorkleidung zu den realgewordenen Freizeit- und Ausflugstipps der Regionalzeitungen verbringen, abends vielleicht mal ein schickes Essen mit Freunden oder ein Kinobesuch. Man „macht nicht so lange“. Schließlich sind die Kinder ja am nächsten Morgen früh wach, der Montag naht außerdem und da will man ja schließlich ausgeruht sein um die Karriere voranzutreiben. Wenn man an so einem geselligen Abend mit den selbstverständlich gleichaltrigen und ebenfalls familiär denkenden Freunden zusammensitzt, erinnert man sich gerne an die alten Zeiten. Als man noch young, wild and free war. Als man mit der Straßenbahn im Morgengrauen nach der Party in der Bahnhofsbrache nach Hause fuhr und die anderen Fahrgäste auf dem Weg zur Frühschicht waren.
 
Genauso wie uns die Gesellschaft vorschreibt, was wir in welchem Alter tun sollten, erklärt sie uns auch sehr gerne, was wir eben NICHT tun sollten. Hotpants tragen zum Beispiel. Oder tiefe Ausschnitte. Sieht scheiße aus, sagen die Arschlöcher. Das haben Frauen in unserem Alter ja schließlich auch gar nicht mehr nötig, sagen die Pseudo-Arschlöcher.
An Sonntagen das Haus nicht verlassen und ungekämmt im Einteiler auf dem Sofa gammeln. Halloo? Du hast Kinder. Reiß dich mal ein bisschen zusammen. Was bist du für ein Vorbild. Seize the Day, du unfähiges Leben! Guten Tag Generation Burn-Out.

Wie dem auch sei. Ich habe aus meinem dreißigsten Geburtstag keinen großen Hehl gemacht. Also sicher, wir haben gefeiert – das versteht sich von selbst. Eine nette Party mit Familie und Freunden, bei der wir zu fortgeschrittener Stunde überlegten, selbst das Krippenspiel auf der Ortspyramide nachzustellen. Ich wollte Maria sein. Aber dieses Wuuuhuuu-Pflicht-Frustgeheule à la „Jetzt bin ich sooo alt, ich bitte dringlich um Notschlachtung!“ wäre mir im Traum nicht eingefallen.

Ich will ehrlich sein: auch ich musste nach meinem Dreißigsten feststellen, dass es, um den eigenen Körper zumindest durchschnittlich ansehnlich vor dem Verfall zu schützen, mehr bedarf als Hungertage in unregelmäßigen Abständen (meistens Montags nach verfressenen Wochenenden) und die Bewegung zwischen Wohnzimmer und Küche. Aber so what. Das sind natürliche Prozesse, die wohl eng mit der Tatsache korrelieren, dass der Mensch aus organischem Material besteht. Der einsame Apfel in der Obstschale auf meinem Küchentisch sieht in seinen späteren Tagen auch nicht mehr so appetitlich aus.

Worauf ich hinaus will: wenn man erstens bestimmter gesellschaftlicher Erwartungshaltungen gegenüber resistent ist und zweitens natürliche Reifeprozesse akzeptiert, lässt sich mit einer Drei im Zehner gut leben. Ist man auf diese Art mit sich selbst im Reinen gelingt es einem sogar, diesem Alter seine Vorzüge zu entlocken.

Kürzlich stieß ich im sozialen Netzwerk auf einen Artikel, der seine Leser von der besonderen Eignung bestimmter Sexstellungen für Menschen fortgeschrittenen Alters, überzeugen wollte. Fortgeschrittenes Alter ist gleich „nicht mehr jung“ ist gleich „ab 30“. 
Ich habe mir dieses Machwerk eines Schubladen-Genies schon aus Protest nicht genauer angeschaut, kam allerdings zu einigen Überlegungen, warum Sex jenseits der 30 das Zeug hat, qualitativ in einer viel höheren Liga zu spielen.

Die nun folgenden Erkenntnisse und Denkansätze verlangen eine positive Grundeinstellung zu Sex im Allgemeinen. Hört sich ziemlich überflüssig an, solch eine Erläuterung, denkt nun hoffentlich der Großteil meiner Leser. Erst neulich wurde ich allerdings mittels Kommentarspalten-Unfall mit genau der gegenteiligen Betrachtungsweise konfrontiert. Eine junge Frau erzählte einem Frauenmagazin von ihrer Leidenschaft für Sex zu Dritt. Prompt eröffneten die underfuckten Selfmade-Muddis eine Hexenjagd. Die Gruppe, gerade von Frauen, für die Geschlechtsverkehr ab einem gewissen Alter zu etwas Primitivem wird dass entweder nur Tiere betreiben oder Teenager mit zu viel Freizeit, scheint größer zu sein als man denkt.

Stellt man Sex also nicht mit Festivals und Fastfood in die „Dafür-bin-ich-zu-alt“-Vitrine, erlauben es einem die folgenden Erkenntnisse, sein Intimleben auf wertvolle Weise zu optimieren:

Wir sind Cupcakes – keine Baguettes!
Spätestens mit 30 hören wir endlich auf, uns den Körper zu wünschen, den wir NICHT haben und lieben was wir SIND. Das ermöglicht uns nämlich den besten Sex unseres Lebens. Wir gehören nicht mehr zur Zielgruppe „Germanys Next Top Modell“ oder GLAMOUR. Wir brauchen keine Schönheitsideale. Wir sind im Einklang mit uns und wissen, dass es im Leben um mehr geht als Innenschenkelfett. Wir sind Cupcakes, keine Baguette-Stangen. Wir sind weich, klein, rund, saftig und süß. Niemals lang, dünn und spröde mit einer Oberfläche an der man(n) sich Schürfwunden holt.
Und wir wissen mittlerweile, wie man einen Mann so um den Verstand bringt, dass er gar nicht in der Lage ist, Dellen im Hintern wahrzunehmen. Ja, sie sind da. Aber WHO CARES, BITTESCHÖN? 
Wer Zeit hat, beim Sex an seine Fettpolster zu denken hat SCHLECHTEN SEX. Fakt. Wir brauchen kein Fellatio-Tutorial oder Sex-Stellungs-Update. Wir haben es einfach drauf. Weil Sex nämlich wie Eiskunstlaufen ist, keiner geht aufs Eis und läuft die Kür auf Anhieb fehlerfrei. Übung macht den Meister, ihr wisst schon.


Abends Hure – morgens Königin
Völlig ohne Fremdeinwirkung wissen wir jetzt außerdem genau, was wir wollen und was wir NICHT wollen. Und noch besser: wir wissen auch WIE wir kriegen was wir wollen. Das Zauberwort heißt REDEN. Mit Dr.Sommers Strategie „Führe seine Hand dorthin wo du sie gerne hast“ kommt man bzw frau recht schnell an seine/ihre Grenzen wenn es exotischer werden soll. Versteht das nicht falsch, ich rede hier nicht unbedingt gleich von Partnertausch, Swingerclub und Gangbang. Ich meine zum Beispiel Rollenspiele. Wir finden uns auch nicht mehr gestört oder abartig, wenn wir uns unterwerfen wollen oder uns die Lust eher nach dem dominanten Part steht. Denn wir wissen mittlerweile, dass man die Rollen beim Sex auch wunderbar vom wahren Leben trennen kann. Der Mann, der uns am Abend gefesselt, gepeitscht und um den Verstand gefickt hat, wird uns am nächsten Morgen ausschlafen lassen und den Frühstückstisch decken. Weil auch Männer in diesem Alter endlich verstanden haben, wie die Sache wirklich läuft. 

Fortsetzung folgt.... HIER KLICKEN

Hausaufgabe: Punkt 1 und 2 verinnerlichen, nächsten Mittwoch gibt es Punkt 3 bis 5. Bis dahin, viel Spaß beim (ver)naschen (lassen) meine lieben Cupcakes und Liebhaber dieser sündhaften Süßspeisen.
Wer die Fortsetzung des Ü30-Sex-Upgrades nicht verpassen will, der abonniert mich am besten auf Facebook oder direkt hier im Blog-Lehrerzimmer.

LUST AUF NOCH MEHR SEX-KRAM?
Ihr wollt noch mehr philosophisch-schlüpfriges aus Frau Müllers Hirn und Tastatur? Alle Links zu den Artikeln des SchMärz 2017, einem Monat in dem sich alles um Dominanz und Unterwerfung drehte, findet ihr unter DIESEM ARTIKEL: Der SchMärz ist da...

Oder interessieren euch die Erfahrungen der Müllers rund um ihre Vierecks-Beziehung. Alle Links der "Friends with Benefits"-Reihe findet ihr unter DIESEM ARTIKEL: Friends with Benefits - Das RESÜMEE 



Donnerstag, 9. Februar 2017

(K)eine Film“kritik“: 50 Shades of Grey – Teil 2 (Untertitel hab ich vergessen,war es vielleicht KAI-UWE?) – ACHTUNG: Spoiler



Hinweis: als Fan des Films macht einem die Lektüre des folgenden Artikel aller Wahrscheinlichkeit nach keine große Freude.
 
Ihr kennt sicher alle das Problem mit den Handtüchern. Packt man sie im Winter in den Wäschetrockner, sind sie wunderbar kuschelig und weich. Als ökologisch zumindest halb verantwortlich denkender Mensch bemerkt man die Ankunft des Sommers erst, wenn die Handtücher nach dem Trocknen in der Sonne auf der Leine Schürfwunden nach dem Duschen verursachen. Wenn dieser Film das Handtuch ist dann... keine Ahnung. Aber irgendwie musste ich an Handtücher denken.

Ich habe den Film zur Vorpremiere sehen dürfen. Anfangs war ich von so vielen Frauen und der herrschenden Stimmung dermaßen überfordert, dass ich Marco bat, mir seine getragenen Sportsocken zum „Dran-Schnüffeln“ vorbei zu bringen – quasi als Gegengift bei inhalierter Hormon-Overdose. Auf etwa 20 Frauen im Kino-Foyer kam ein Mann. 
Versteht mich nicht falsch, ich mag mein Geschlecht aber eine so große Anzahl von Frauen, vor allem im vorherrschenden Emotions-Modus, wirkt auf mich zu tiefst verstörend. Die wenigen anwesenden Männer konnten kein ernstzunehmendes Gegengewicht bilden. Es gibt Männer die versprühen Testosteron und es gibt Männer die wirken wie ein trockener Schwamm – es sprüht nichts aber jeden „Tropfen“ Östrogen saugen sie gierig auf. So viel dazu.

Dass neben dem Film noch ein genretypisches Rahmenprogramm auf mich lauert hätte man mir sagen müssen. Warum zur HÖLLE ein Vorprogramm. Dieser Film alleine reicht doch schon. Hätte ich das gewusst, hätte ich zusätzlich den Flachmann eingepackt. Mein Piccolo war leider schon leer nachdem Modells mit dem Charme von Schirmständern die Wäschekollektion für die schein-devote Kleinstadt-Hausfrau präsentiert und die Dildo-Fee ihre Goodie-Packages verlost hatte. Der tiefere Sinne des Auftritts einer Trümmer-Transe, welche ?Werbematerial? ins Publikum warf erschloss sich mir bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht.

Im Vorprogramm machte ich dann auch Bekanntschaft mit meinem Sitz-NACHBARN. Nennen wir ihn Kai-Uwe um ihm ein Gesicht zu geben. Er hat auf mich so bizarr gewirkt, dass ich aus Verwirrung überlegt habe ihn anzurülpsen um damit seine neben ihm sitzende Freundin um ihren erhofften Sex zu bringen, da mein Rülps Kai-Uwe wohl nachhaltig anwidern würde.

Übrigens hat auch Sarah eine Bekanntschaft gemacht. Oder besser gesagt Sarahs Piccolo-Flasche. Nämlich mit dem Hintern von Kai-Uwes Freundin. Danach war Sarahs Flasche halb leer und ihr Maß dessen, was sie an dem Abend erdulden musste schon vor dem Vorspann überfüllt. Einen Bitchfight konnte ich dank beruflich erworbener Deeskalations-Strategien nur knapp verhindern. Sarahs einizige Motivation lag in Trümmern, Stimmungstiefpunkt.

 Kai-Uwe hütete sein Ticket wie seinen Augapfel. Jedoch nicht weil er es wie ich anfangs dachte in sein Poesie-Album kleben wollte sondern weil ihm die Seriennummer auf der Karte via Verlosung die Chance auf rosa Plüsch-Handschellen versprach. Die Enttäuschung des „Leer-Ausgegangenen“ nachdem alle „Rummelplatz“-Sextoys verlost waren, war für mich kaum zu ertragen. Vielleicht wird ihn seine Freundin zum Trost nach dem Film die vom Kino zur Verfügung gestellten pinken Kabelbinder anlegen. Dann wird es trotzdem noch ein schöner Abend für Kai-Uwe.

Er wirkte auf mich wie ein echter Cineast aus Leidenschaft als er kurz nach Beginn des Films bei einer den Bruchteil einer Sekunde dauernden Bildstörung wild gestikulierend seinen Unmut ausdrückte. Überhaupt war für mich schwer zu erkennen wer von diesem Pärchen nun der größere Fan war, schien es doch als konnte Kai-Uwe die Dialoge der Hauptdarsteller voraussehen. Er war mittendrin statt nur dabei…

Erinnert ihr euch noch an das Gefühl wenn ihr so im Alter zwischen 12 und 16 Jahren mit euren Eltern unverfänglich einen Film im Öffentlich Rechtlichen geschaut habt und sich plötzlich eine Sex-Szene auf der Mattscheibe abspielte? Ich kann es nicht genau beschreiben aber es ähnelte stark meinen Empfindungen angesichts der Nähe zu Kai-Uwe.

Noch im Vorspann ereignete sich mein Highlight des Abends: Sarahs Rülps… den sicher auch Kai-Uwes Freundin gehört hat. Versteht uns nicht falsch. Wir sind nicht irgendwie falsch sozialisiert. Aber in solch emotionalen Ausnahmesituationen passieren manchmal Dinge, die sich rational nicht erklären lassen.

So, nun noch kurz zum Film:
Gut fand ich Kim „Botox“ Basinger und die Filmmusik (ich bin allerdings leicht mit Trash zu beeindrucken, immerhin steh ich auch auf Sammeltassen und Leoprint).
Erotischster Moment war für mich eine Nahaufnahme von Christian Greys Unterarm – ich bin bekennender Arm-Fetischist.
Kotzmoment des Abends war der Heiratsantrag im Poolhaus, welches stark an ein holländisches Gewächshaus erinnerte. Bitte? Geht’s noch verstörend-klischeehafter?
Als Christians Psycho-Ex die hübsche Klinker-Wand in Anas Wohnung mit einem Einschussloch verziert erhöhte sich ein einziges Mal meine Herzfrequenz. Damit hat NIEMAND gerechnet. 
Aber warum bitte der Schuss und der Hubschrauber-Absturz? Die ganze Vögelei hätte es auch getan. Und bitte WENN Christian schon fünf Minuten nach seinem Hubschrauberabsturz im Nirgendwo blut-schweiß-drecksverschmiert wieder im Fahrstuhl seines Zig-Millionen-Penthouses auftaucht dann gehören da ja wohl Flammen, Funken und Rauch in den Hintergrund. Alles andere ist schlichtweg unglaubwürdig.

Christian wirkt auf mich bedauernswert. Soll er das? Oh. Sinn des Films verkannt. Ich habe einen ausgeprägten Hang für ehrliche Sadisten in sexueller Hinsicht. Christian eiert mir zu viel rum. Abgesehen davon wirkt der Gute nicht wie 27 sondern eher wie 36.
  
Und Ana? Mit ihr teile ich die Leidenschaft für roten Lippenstift, obwohl ihrer irgendwie immer verlaufen aussieht. Muss das so? Trägt man das jetzt so? Diese Frau, die angesichts Körbchengröße AA nie einen (ernstzunehmenden) BH trägt, wirkt genau wir ihr männliches Pendant wie ein aus Gips gegossenes Klischee ihrer eigenen Rolle. „Uh – ich habe eine Ponyfrisur und einen süßen Schmollmund, trage niedliche Kleidchen in Erdtönen zu meinen bequemen Slippern. Ich bin KLUG und unschuldig.“ – Sind wir das nicht alle? 

Da ich ja die Bücher nicht kenne war das Ende für mich eine kleine Herausforderung an die Phantasie. Ich stelle mir Teil 3 ähnlich wie die Fortsetzungen von SAW vor. Die Geächteten aus den vorangegangenen Teilen werden die „heimlichen Helden“ in der Fortsetzung. Da ist Anas Chef – der Schelm, der ihr ganz uncharmant an die Wäsche wollte. Und gleich zwei Verflossene von Christian. Einmal dieses bedauernswerte Psychomädchen mit dem Revolver und den aufgeschnittenen Pulsadern und dann Kim (Filmnamen hab ich vergessen), die so etwas wie Christians grausame Lehrmeisterin war und die auch nach Longdrink und Ohrfeige im Gesicht keine Mine verzieht (warum wohl?). 
Diese drei werden sich vermutlich in Teil 3 zusammentun und nach einem beispiellosen Gemetzel eine glückliche Dreiecksbeziehung führen. Von den perversen Spielchen die daraus resultieren berichtet Teil 4...
 
Nächste Woche startet „Die Schöne und das Biest“. Ich denke das werde ich mir anschauen.  
Zu guter Letzt nochmal Dankeschön UND ENTSCHULDIGUNG an Mandy. Auch wenn wir es dir nicht in Gänze gezeigt haben war es ein netter Abend – oder wie wir sagen würden: Das war scheiße. Das machen wir mal wieder. Ich hoffe du verzeihst uns unser wenig damenhaftes Verhalten und nimmst uns und den Flachmann zu Teil 3 wieder mit - nächstes Mal aber definitiv im Einteiler!

Mehr ernstzunehmende Kritik zu weltumspannenden Inhalten gibt's auf Facebook.

Dienstag, 31. Januar 2017

Friends with Benefits – Das RESÜMEE



Schon als ich mit dem Bloggen begann, wusste ich, dass ich die Geschichte um unsere Vierecksbeziehung ganz sicher thematisieren werde. Solch eine Story hat schließlich nicht jeder zu erzählen. Viele meiner Artikel entstanden bereits lange bevor ich den Blog anlegte. Die „Friends with Benefits“-Reihe war allerdings keine davon. Unterbewusst war mir wohl klar, wie schwer es wird all das in die richtigen Worte zu fassen. 
Als ich anfing dazu zu schreiben war EIN Artikel geplant. Dieser wollte und wollte nicht enden. Gut, dann also der zweite Teil. Das gleiche Spiel noch einmal und wochenlang unvollendet dazu. Dann war auch dieser fertig aber noch lange nicht alles gesagt. Und so entstanden Teil Drei und Vier auf dieselbe Weise wie die ersten beiden Artikel. Veröffentlicht waren sie da noch lange nicht. Irgendwie hatte und habe ich Bedenken, dass damit das Pulver meines Blogs verschossen sein könnte. Hallooo, Selbstzweifel. Ihr wart gar nicht so lange weg, ich hatte euch nicht vermisst. Ein anderer Teil in mir wehrt sich aber, sich ausschließlich in die „Schlüpfrig-Nische“ zu stellen.

Wie jeder andere Blogger auch war und bin ich gerade in der Anfangsphase über jede Art Plattform dankbar, die mich potentiellen Lesern näher bringt. Der Aufruf zur Stimmenkolumne der BRIGITTE kam gerade recht. Ich bin kein begeisterter BRIGITTE-Leser und sehe meine Zielgruppe auch nicht in dieser Klientel. Dennoch dachte ich mir, könnte gerade das „Vierer“-Thema interessant sein. Und unter 250.000 Abonennten werden sich wohl auch ein paar Müller-Fans verstecken. Ich wäre vermutlich dumm gewesen, wenn ich den Traffic auf meinem Blog, welchen die Veröffentlichung des Artikels ausgelöst hat, nicht genutzt hätte um auch die anderen Blogposts an den Leser zu bringen. 
Die Überschrift des BRIGITTE-Artikels war bewusst provokant gewählt. Ironischerweise war es Sarah, die sich besonders für DIESE Variante begeisterte. Der kleine Shitstorm, welcher sich aus den Reihen der „underfuckten Analphabetinnen“ (Danke, Paula ;-)) über mich ergoss, nachdem diese nur die neun Wörter der Überschrift geschafft hatten bevor sie kommentierten, war erstaunlich: 
Ich solle zum Psychiater, wurde als abgebrühte Drecksschlampe, Arschloch und Opfer bezeichnet. Das alles sei krank, asozial und einfach pfui. Solch ein kranker Rudelbums (Zitat!) sei wohl das Ergebnis einer langweiligen Beziehung. Was denn als nächstes käme: Sex mit Toten oder Hochzeit mit Tieren. Und eigentlich gehören wir alle in die Geschlossene.

Nichts davon hat mich wirklich getroffen. Als Social-Media-Anfänger musste ich allerdings schon erstmal mit der Dummdreistigkeit der Menschen in den Kommentarspalten klar kommen. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, es hat mich nicht geärgert DAS NICHT GELESEN aber GEURTEILT wurde.

Und dabei war ich schon vor der Veröffentlichung durchaus auf Kontroverse eingestellt. Ich habe Herrn Müller, Sarah und Marco mehrfach gebeten, gut zu überlegen ob wir ALLE mit dieser Öffentlichkeit und den möglichen Reaktionen klarkommen. Ich hatte Zweifel, ob das alles gut ist für uns. Einige meiner Leser kennen uns alle im richtigen Leben. Möchten wir, dass all diese Menschen wissen, wie viel uns tatsächlich verbindet? Was wenn uns Kontra-Stimmen verunsichern? Wenn nur einer von uns davon verunsichert wird? 
Sicher sollte man selbst am besten wissen, was gut für einen ist und Lebenswege auch nicht nach Meinung anderer gestalten aber sind wir ALLE wirklich immer so stark? Ich habe gute Argumente FÜR unseren Lebensstil. Es wäre vermessen zu glauben, dass NIEMAND gute Argumente DAGEGEN hat.

Um es weniger drastisch auszudrücken: Ich hatte mich auf ein wenig Diskussion gefreut. Tatsächlich (oder zum Glück?)  blieb diese aus. Obige Beschimpfungen sind für mich keine Argumente einer Diskussion. Ein einziger Kommentar zu Beginn der Reihe war für mich kontra UND konstruktiv. Die Schreiberin sah durch unsere Interpretation der Ehe die Werte der „traditionellen Ehe“ gefährdet und glaubt, dass es langfristig durch solche und ähnliche Modelle schwieriger wird für die überzeugt monogam Lebenden IHR Ehe-Konstrukt zu verteidigen. Die andere Seite der Medaille?
  
Tatsächlich gab es viel positives Feedback, auch von Menschen die weder Erfahrung noch ernsthaftes eigenes Interesse an einem solchen Partnerschaftsmodell haben. Für uns vier hat sich nichts verändert, auch hat uns kaum jemand aus unserem persönlichen Umfeld darauf angesprochen. Es erfordert wohl auch ein wenig Mut.

Eine Freundin, die allerdings schon vor den Veröffentlichungen Bescheid wusste, stellte mir eine Frage über dich länger nachdenken musste. Ich wundere mich im Nachhinein, dass bei meinen „Kritikern“ bezüglich dieses Themas keine Stimmen laut wurden. Es ist ein wichtiger Aspekt, daher möchte ich dieses Resümee dazu nutzen, um auch darüber MEINE Meinung loszuwerden.

Ich wurde von ihr gefragt, wie wir unseren Kindern gegenüber mit diesem Thema umgehen. Zunächst: Was bekommen die Kinder mit? Wie wohl die meisten Kinder monogam lebender Paare wissen auch unsere Kinder NICHTS über unser Sexualleben. Das ist erstmal nichts Unnormales. Situationen, in denen die Kinder „ungewollte Zeugen“ werden, vermeiden wir zu zweit ebenso wie zu viert. Andere Intimitäten, Küsse oder Berührungen, lassen wir zu viert in Gegenwart der Kinder sein. Dann fällt die Begrüßung eben platonischer aus. 

Selbstverständlich bekommen unsere Kinder mit, wie viel Zeit wir mit Sarah und Marco verbringen und welche wichtige Rolle diese zwei Personen in unserem Leben spielen. Aber vermitteln wir damit die falschen Werte: Beständigkeit einer Freundschaft, Vertrauen, Füreinander da sein, Menschen einen Platz in seinem Leben zu geben?

Ich bin nicht blauäugig. Auch unsere SchulKINDER werden älter. Sie werden Teenager und junge Erwachsene. Ich vermute, irgendwann werden sie ahnen, dass sich unsere Freundschaft in ihrer Tiefe von den meisten anderen unterscheidet oder unterschied. Parallel zu dieser Erkenntnis sind unsere Kinder bisher in einer intakten Familie groß geworden. Sie wurden durch Eltern geprägt, die sich aufrichtig lieben und ihre Beziehung pflegen, die Vertrauen zu einander haben und gemeinsam Probleme bewältigen und Entscheidungen treffen.

Wir sind als Paar im Umgang zu zweit miteinander überzeugt, ein gutes Vorbild zu sein. Auch weil wir selbst gute Vorbilder hatten. Die innige Verbindung zu einem anderen Paar ergänzt uns nur, sie verändert uns aber nicht. Wenn wir auf diese Weise unseren Kindern vorleben, dass es möglich ist einerseits wichtige Werte zu pflegen und andererseits eigenen Werten mehr Bedeutung zu schenken, ungeachtet dessen was die Allgemeinheit für Richtig hält, bin ich überzeugt, dass meine Jungs später Menschen nicht nach neun Wörtern ihrer Überschrift beurteilen.  

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