Ich finde Facebook zum kotzen. Nein, ich hasse es. Es wimmelt von Menschen deren persönliches Tages-Highlight der Gang zur Mülltonne und der anschließende Post dazu ist.
Und
dann die Anderen: täglich längere Laufstrecken, mehr Gewichte auf der Hantel,
neue Medaillen der Kinder, Selfies beim Sightseeing an den stylischsten Orten
dieser Welt. Ich hasse solche Menschen. Sie geben mir das Gefühl faul, arm, langweilig und erfolglos zu sein.
Ich hasse Facebook. Ich hasse es wenn
Herr Müller morgens nach dem Aufwachen bei geschlossenem Rollladen vor dem
Fenster zu mir sagt: „Schatz, es hat geschneit!“ – er weiß es von Facebook.
Verdammt, was bringt Menschen dazu morgens nach dem Aufwachen die
Großwetterlage zu posten?
Ich habe mich jahrelang dagegen gewehrt, ich wollte nie Teil dieser ekelhaften Parallelgesellschaft werden, die ihren Selbstwert über Likes und die Anzahl ihrer virtuellen Freunde definiert. Diese Leute sitzen dann ganz real mit dir zusammen und beschäftigen sich mit ihren virtuellen Freunden. Wie wäre es denn wenn mal jemand in mein Face kuckt, ganz ohne Book?
Ich habe mich jahrelang dagegen gewehrt, ich wollte nie Teil dieser ekelhaften Parallelgesellschaft werden, die ihren Selbstwert über Likes und die Anzahl ihrer virtuellen Freunde definiert. Diese Leute sitzen dann ganz real mit dir zusammen und beschäftigen sich mit ihren virtuellen Freunden. Wie wäre es denn wenn mal jemand in mein Face kuckt, ganz ohne Book?
Eine Seuche ist das! Eine Epidemie die uns zuerst die Fähigkeit
raubt Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und danach noch sämtliche
Empathie und echte Interaktionsfähigkeit auffrisst. Selbstreflexion? Pah, was
für Anfänger. Lass das doch die Facebook-Gemeinde übernehmen.
Und noch was nimmt uns Facebook: die Lust zu lesen. Alles nur Junk. Ein schnelles Video von onanierenden Schimpansen, bearbeitete Bilder von konkaven Häusern auf neongrünen Rasen in denen nie ein Mensch wohnen wird, dazwischen Werbung, Bilder von hässlichen Tieren oder Menschen mit einem „Fass dich an die eigene Nase“-Sprüchlein, dann der ganze Selbstdarstellungsmist von oben plus „Kenn ich nicht ist jetzt mit kenn ich nicht befreundet“ , „Nie gehört stellt dir eine Freundschaftsanfrage“ und „wer ist das eigentlich findet gut“. Und das unterhält die Menschen. Sie beschäftigen sich damit beim Warten auf etwas, um sich zu entspannen oder gar parallel zu real menschlicher Interaktion.
Und noch was nimmt uns Facebook: die Lust zu lesen. Alles nur Junk. Ein schnelles Video von onanierenden Schimpansen, bearbeitete Bilder von konkaven Häusern auf neongrünen Rasen in denen nie ein Mensch wohnen wird, dazwischen Werbung, Bilder von hässlichen Tieren oder Menschen mit einem „Fass dich an die eigene Nase“-Sprüchlein, dann der ganze Selbstdarstellungsmist von oben plus „Kenn ich nicht ist jetzt mit kenn ich nicht befreundet“ , „Nie gehört stellt dir eine Freundschaftsanfrage“ und „wer ist das eigentlich findet gut“. Und das unterhält die Menschen. Sie beschäftigen sich damit beim Warten auf etwas, um sich zu entspannen oder gar parallel zu real menschlicher Interaktion.
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| Facebook real - real unkommunikativ. Oder weiß jetzt jemand wie es hinter dem Buch aussieht? |
Eins hat
all diese Convenience-Unterhaltung gemeinsam: man muss nicht viel lesen. Ein
paar Icons, Emojis und die immer wiederkehrenden Bildchen von Betrunkenen,
Dicken, Hässlichen oder Tierbabys massieren unsere Synapsen weich. Wenn dann
das Text-Bild-Verhältnis mal umschlägt krampft es im Hirn. „Orr nee. Voll viel
lesen" (für mehr Wörter reicht es nicht mehr) und weiter gescrollt.
Ich
dachte schon Hörbücher seien der Anfang vom Ende. Seitdem ich aber festgestellt
habe dass meine Posts besonders gut ankommen wenn ich sie mit dem
intonatorischen Sarkasmusschild vorlese, revidiere ich meine Meinung.
Soziale Netzwerke sind überall, sogar im Lehrerzimmer. Man wird aktenkundig belehrt, dass man in seinem so geschätzten Lehreramt auch im Privatleben darauf zu achten habe wie man sich öffentlich darstellt. Von da an hasse ich Facebook noch mehr. Vielleicht war dieser dienstliche Belehrungsakt aber auch so eine Art Stein des Anstoßes. Ein Weckruf an das trotzige Kind in mir? Klar, ich bin bekloppt. Aber so bekloppt nun auch nicht wieder. Kinder müssen ernährt, Autos getankt und Kredite abbezahlt werden. Ich kann die Hand ja nicht beißen die mich füttert (sagt man doch so oder?). Ich nicht – aber Frau Müller kann (klingt irgendwie schizophren).
Soziale Netzwerke sind überall, sogar im Lehrerzimmer. Man wird aktenkundig belehrt, dass man in seinem so geschätzten Lehreramt auch im Privatleben darauf zu achten habe wie man sich öffentlich darstellt. Von da an hasse ich Facebook noch mehr. Vielleicht war dieser dienstliche Belehrungsakt aber auch so eine Art Stein des Anstoßes. Ein Weckruf an das trotzige Kind in mir? Klar, ich bin bekloppt. Aber so bekloppt nun auch nicht wieder. Kinder müssen ernährt, Autos getankt und Kredite abbezahlt werden. Ich kann die Hand ja nicht beißen die mich füttert (sagt man doch so oder?). Ich nicht – aber Frau Müller kann (klingt irgendwie schizophren).
Meine Freundin Sarah hasst Facebook genauso wie ich. Als ich ihr von Frau Müllers Plänen erzählte, Teil der von uns so geächteten Cyber-Community zu werden war das für sie der einzige Grund dem „Druck von außen“ endlich nachzugeben. Ich betrachte es als großen Liebesbeweis und Ausdruck tiefster Verehrung dessen was ich hier tue, dass sie diesen schweren Weg mit mir gemeinsam geht.
Ich muss mich beugen, mir eingestehen dass auch ich MANCHMAL mit der Herde gehen muss, auch wenn man da bekanntlich meist nur Ärsche sieht. Ich war damals auch überzeugt das Internet eine Eintagsfliege ist aber unbelehrbar bin ich nicht.
Der mittelalterliche
Ausrufer hat längst ausgedient. Bei den Benzinpreisen ist ein Touren von Ort zu
Ort um auf dem Marktplatz stehend seine Gedanken ins Volk zu tragen auch zu
kostspielig, vor allem bei Lehrergehalt. Dort auch noch mit den Megaphonen von
AfD und Pegida zu konkurrieren stelle ich mir deutlich anstrengender vor als
belanglose Auswürfe auf der Basis von Sozial-Exhibitionismus aus meiner
Timeline zu löschen (hoffentlich heißt das so).
Nicht falsch verstehen, es ist
nicht der Exhibitionismus. Daran ist überhaupt nichts schlecht. Es ist die
Belanglosigkeit. Wobei das wiederum etwas sehr subjektives ist. Wenn im Leben sonst
nichts passiert dann ist das Mittagessen bei McDonalds schon mal ein Highlight
und damit wertvoll genug per Schnappschuss mit der ganzen Welt geteilt zu
werden.
Teilen von subjektiv aufgewerteten Belanglosigkeiten. Facebook in fünf
Worten. Das verstehen ALLE User. Da mach ich auch mal mit, ich hab das Gefühl
das wird zum Trend.
In der Lehrerzimmer-Außenstelle mach ich mich fast täglich zur Hure des Freiers namens "Social Media".
In der Lehrerzimmer-Außenstelle mach ich mich fast täglich zur Hure des Freiers namens "Social Media".
